Ableitungen nach Wilson

Wilson-Ableitungen
Frank Norman Wilson erweiterte schließlich die Darstellung des elektrischen Herzvektors (1929-1940). Er ernöglichte durch die Entwicklung der unipolaren Thorax- bzw. Brustwandableitungen (V1 → V6) eine 3-dimensionale Erfassung des elektrischen Herzvektors. Bislang konnte dieser durch die Ableitungen nach Einthoven und später nach Goldberger nur in der Frontalebene (2-dimensional) dargestellt werden (vgl. Cabrerakreis).

Durch ein Verschalten aller Extremitätenelektroden (vgl. Einthoven) und Vorschaltung von elektrischen Widerständen kann eine künstliche Nullelektrode zentral im Brustkorb geschaffen werden. Die Wilson-Ableitungen bilden nun die Potentialänderung und so auch den Herzvektor zwischen diesem zentralen Punkt und der jeweiligen Brustwandableitung ab.

Im Verlauf wurden die bekannten Thoraxableitungen nach Wilson durch weitere, aber im klinischen Alltag selten gebräuchliche Ableitungen ergänzt. Diese werden nur bei speziellen Fragestellungen benötigt.

V1 4. Interkostalraum (ICR) rechts
V2 4. Interkostalraum (ICR) links
V3 zwischen V2 und V4 (auf der 5. Rippe)
V4 5. ICR in der Medioklavikularlinie
V5 vordere Axillarlinie, auf Höhe von V4
V6 mittlere Axillarlinie, auf Höhe von V4
V7 hintere Axillarlinie, auf Höhe von V4
V8 Scapulalinie, auf Höhe von V4
V9 Vertebrallinie, auf Höhe von V4
V3r zwischen V1 und V4R (auf der 5. Rippe)
V4r 5. ICR in der Medioklavikularlinie, rechts
V5r vordere Axillarlinie, auf Höhe von V4, rechts
V6r mittlere Axillarlinie, auf Höhe von V4, rechts
Verbinden der Extremitätenableitungen
→ Nullelektrode in der Körpermitte
Nullelektrode und Brustwandableitung
(Sagittalebene)
Nullelektrode und Brustwandableitung
(Transversalebene)