Das normale EKG

QRS-Komplex

P-Welle

Der QRS-Komplex, bestehend aus Q-, R- und S-Zacke, spiegelt die Kammererregung wider, weshalb er auch als Kammerkomplex bezeichnet wird. Gemessen wird vom Beginn der Q-Zacke bis zum Ende der S-Zacke oder auch J-Punkt (dem Übergang in die ST-Strecke).

  • Q-Zacke:
    • erste negative Zacke nach der P-Welle - Q ist immer negativ!
    • klein und schmal
  • R-Zacke:
    • erste positive Zacke nach der P-Welle - P ist immer positiv!
    • schmal und hoch
    • weitere positive Zacken nach der S-Zacke werden als R´, R´´, … bezeichnet
  • S-Zacke:
    • erste negative Zacke nach der R-Zacke - S ist immer negativ!
    • klein und schmal
    • weitere negative Zacken nach einer R´-Zacke werden dementsprechend als S´-Zacke bezeichnet
60 - 100ms
 
 
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Q-Zacke

Q-Zacke
Die Erregung wird über den linken Tawaraschenkel schneller fortgeleitet als über den rechten Tawaraschenkel. Somit wird das Septum von links nach rechts depolarisiert und der Summenvektor der Erregung zeigt von den meisten Ableitungen weg und wird somit als negativ dargestellt.

Es ergibt sich, je nach Lagetyp, eine unterschiedlich kleine negative Q-Zacke (< 1/4 des R-Ausschlages und eine Dauer von ≤ 30ms gilt als nicht pathologisch). Ein Überschreiten der von Pardée gefassten Kriterien wird entsprechend als Pardée-Q bezeichnet.

Da der Summenvektor auf V1 zeigt, ergibt sich meist dem Erregungsbild entsprechend sozusagen eine kleine "positive" Q-Zacke. Da aber Q-Zacken als erste negative Zacke nach der P-Welle definiert sind, wird dies hier als R-Zacke bezeichnet (vgl. Nomenklatur des QRS-Komplexes).

Weiter fällt die Repolarisation der Vorhöfe in den zeitlichen Bereich des QRS-Komplexes. Im Oberflächen-EKG ist dies aber nicht zu sehen, da die Repolarisation durch den QRS-Komplex überlagert wird.

≤ 30ms
< 1/4 R (meist 0,2 - 0,3mV)
 
 

R-Zacke

R-Zacke
In dieser Phase des EKGs werden die meisten Herzmuskelzellen der Kammer erregt. Der Summenvektor aller Muskelzellen zeigt sich deshalb als größte Auslenkung im EKG. Aus der Projektion des Summenvektors in den Extremitätenableitungen lässt sich der Lagetyp bestimmen.

Da im Regelfall der linke Ventrikel eine höhere Muskelmasse als der rechte Ventrikel besitzt, wird ein Großteil des Summenvektors durch den linken Ventrikel bestimmt. Entsprechendes zeigt sich auch beim Vergleich der Thorax-Ableitungen. Von V1 bis V5/6 zeigt sich eine Progression des R-Ausschlags (In V6 kann die Höhe der R-Zacke durch weitere Entfernung vom Thorax sich wieder im Vergleich zu V5 verkleinern.).

Der Summenvektor weist von aVR weg und erscheint hier negativ. Gleiches gilt häufig auch in V1. Entsprechend der Nomenklatur wird diese Phase des Erregungsbildes in diesen Ableitungen einem positiven Ausschlag folgend (vgl. oben, Q-Zacke hier als positive R-Zacke) als S-Zacke bezeichnet (vgl. Nomenklatur des QRS-Komplexes).

 
0,6 - 2,6mV
 
 

S-Zacke

S-Zacke
Gegen Ende der Erregung wandert die Depolarisationswelle von der Herzspitze zur Herzbasis. Entsprechend zeigt der Vektor in dieser Phase von der Herzspitze weg. Dies stellt sich auch entsprechend in den meisten Ableitungen als negative S-Zacke des QRS-Komplexes dar.

Je näher die Ableitung an der Herzbasis, desto größer ist die S-Zacke. Sie nimmt somit im Gegensatz zur R-Zacke von V1 bis V6 ab. Entsprechend kannn es in den Ableitungen aVR und V1 zu einem positiven Ausschlag kommen, der dann entsprechend der Nomenklatur bezeichnet wird (vgl. Nomenklatur des QRS-Komplexes).

< 60ms