Kammertachykardie

ventrikuläre Tachykardie (VT)

Reentry Autonomie
Die Kammertachykardie ist eine lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung. Durch die überhöhte Frequenz kommt es zu einer deutlich geminderten Auswurfleistung des Herzens, da sich die Herzkammern in der Kürze der Zeit nicht mehr mit ausreichend Blut füllen können. Je höher die Frequenz, desto niedriger die Auswurfleistung.

Der sinkenden Auswurfleistung des Herzens steht die Mehrbelastung des Herzmuskels aufgrund der überhöhten Herzfrequenz gegenüber. So führt das geminderte Herzminutenvolumen zu einer verschlechterten Organdurchblutung (bedrohlich ist z.B. eine Minderversorgung des Gehirns).

Aber das Herz ist auch für seine eigene Blutversorgung "verantwortlich" und bei sinkender Auswurfleistung wird diese sich auch verschlechtern. Insbesondere da der Herzmuskel sozusagen in den "Pausen", also in der Phase der Muskelentspannung (Diastole) versorgt wird. Vermindert sich neben der Auswurfleistung auch die zur Verfügung stehende Zeit (verkürzte Diastolendauer - je höher die Frequenz desto kürzer die Diastole) sinkt die Versorgung dramatisch. Eine sofortige Therapie ist nötig (Kardioversion, Antiarrhymika, ggf. Implantation eines ICD [implantierbarer Cardioverter-Defibrillator]).

Ursache einer Kammertachykardie ist eine kreisende Erregung im Bereich der Herzkammern (Reentry) oder eine abnorme Autonomie der Kammermuskulatur (Muskelzellen mit gesteigerter Erregungsfähigkeit).

 

ventrikuläre Tachykardie (im Vergleich grau hinterlegt Sinusrhythmus mit Herzfrequenz 80/min)

 

Das Bild der ventrikulären Tachykardie im EKG entspricht einer endlosen Folge von ventrikulären Extrasysolen. Das Kammermyokard wird immer von einem Zentrum im Ventrikel erregt und die Depolarisationswelle breitet sich von dort über das Herz aus. So zeigt sich der QRS-Komplex verbreitert und schenkelblockartig deformiert. Gefolgt von deutlichen ST-Strecken-Senkungen und tief negativen T-Wellen. Durch die wiederkrehrende Erregung kommt es zu einer Herzfrequenz von 150 bis 250/min. Die P-Wellen sind durch die QRS-Komplexe überlagert.

Unterschieden wird eine ventrikuläre Tachykardie (VT) in:

  • nicht-anhaltende oder selbstlimitierende VT (Dauer: ≤30s)
  • anhaltende VT (Dauer: >30s)

Die Gefahr besteht bei der ventrikulären Tachykardie in einem Übergang zu Kammerflattern oder Kammerflimmern.

Ursache / Vorkommen: schwere organische Herzerkrankung (z.B. Herzinfarkt, KHK, Kardiomyopathie,...) Digitalisüberdosierung, Nebenwirkung von Antiarrhythmika,…

 

weitere Links

Kammerflattern … Link Pfeil
Kammerflimmern … Link Pfeil