ventrikuläre Hypertrophie

Vergrößerung der Herzkammer

linksventrikuläre Hypertrophie

elektrischer Herzvektor kardiale Hypertrophie
Durch eine Größenzunahme der linken Herzkammer kommt es zu einer Verschiebung/Drehung des elektrischen Herzvektors → Linkstyp / überdrehter Linkstyp.

Die Zunahme der Muskelmasse des linken Ventrikels spiegelt sich auch in der Höhe der R-Zacke wider. Allgemein gilt: Je mehr Muskelzellen erregt werden, also je dicker die Muskelwand ist, um so größer wird die R-Zacke (insb. Brustwandableitungen über der linken Herzkammer). So spiegelt sich die Vergrößerung der R-Zacke bei einer linksventrikulären Hypertrophie in den Ableitungen mit ähnlicher Ausrichtung zum elektrischen Hauptvektor (Linkswichtung) am besten wider: aVL, I, (-aVR), V5/V6.

Entsprechend gegenläufig zeigt sich in den "abgewandten" Ableitungen eine tiefe (auch vergrößerte) S-Zacke: III, V1/V2.

Neben diesem findet sich in den linksgewichteten Ableitungen mit zunehmender Vergrößerung auch eine ST-Strecken-Senkung mit meist praeterminal-negativer T-Welle. Möglicherweise zeigen sich auch sekundäre Zeichen, wie eine Vergrößerung des linken Vorhofs (P sinistroatriale).

Ursachen: Mitralklappeninsuffizien, Aortenklappenfehler, artielle Hypertonie

 

Um das Ausmaß der Hypertrophie zu quantifizieren wurden verschiedenste Indizes entworfen. Der Bekannteste ist sicherlich der Sokolow-Lyon-Index (SV1/V2 + RV5/V6 ≥ 3,5mV). Neben ihm gibt es aber noch viele andere, die eine Hypertrophie des linken Ventrikels im EKG messbar und vergleichbar machen sollen. Teilweise wurden dies aber nur in Studien angewandt oder haben historischen Charakter (vgl. EKG-Indizes der kardialen Hypertrophie). Neben dem EKG steht heute die Echokardiographie zur genaueren Diagnose zur Verfügung.

Neben einer reinen Vergrößerung von R- bzw. S-Zacken kommt es im Rahmen der Hypertrophie auch zu:

* Diese Kriterien sind als Zeichen einer beginnenden Schädigung des Myokard, der Herzmuskelzellen, zu sehen.