SONOGRAPHIE.
Die Sonographie (Ultraschalluntersuchung) ist ein bildgebendes Verfahren, mit dem Organe und Körperregionen mithilfe von Ultraschallwellen untersucht werden können. In der hausärztlichen Medizin gehört sie zu den wichtigsten bildgebenden Untersuchungsverfahren.
Moderne Ultraschallgeräte ermöglichen eine sehr detaillierte Darstellung von Organen und Gewebestrukturen. Ein besonderer Vorteil besteht darin, dass die Untersuchung in Echtzeit erfolgt. Dadurch können nicht nur einzelne Bilder beurteilt werden, sondern auch Bewegungen, Organfunktionen oder das Zusammenspiel verschiedener Strukturen.
Hinzu kommt der direkte Patientenkontakt während der Untersuchung. Beschwerden können unmittelbar lokalisiert und mit dem Ultraschallbefund in Zusammenhang gebracht werden. Auch Veränderungen bei Druck oder Bewegung lassen sich gezielt untersuchen – beispielsweise im Rahmen der sogenannten Sonopalpation.
Ein weiterer wesentlicher Vorteil ist, dass die Sonographie ohne Strahlung auskommt. Sie kann deshalb bei entsprechender medizinischer Fragestellung auch wiederholt eingesetzt werden.
Unsere Qualifikation
Die Sonographie stellt einen besonderen Schwerpunkt unserer Praxis dar.
DEGUM Stufe I – Allgemeinmedizin / Abdomensonographie
Die DEGUM (Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin) vergibt ihre Qualifikationsstufen nach definierten fachlichen Anforderungen und dokumentierter Erfahrung in der Ultraschalldiagnostik.
Abdomen-Sonographie
Mit der Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes lassen sich die inneren Organe schonend und ohne Strahlenbelastung beurteilen. Dabei können unter anderem Größe, Form und Struktur der Organe sowie mögliche Veränderungen sichtbar gemacht werden.
Die Sonographie ergänzt die klassische körperliche Untersuchung durch Abhören und Abtasten des Bauches. Sie ist jedoch weit mehr als das reine Betrachten von Bildern: Organe können in Bewegung untersucht, ihr Zusammenspiel beurteilt und schmerzhafte Bereiche gezielt unter Sicht abgetastet werden (Sonopalpation). Auch Darmbewegungen, Darmwand und funktionelle Veränderungen lassen sich so in die Untersuchung einbeziehen.
Beispiele für den Einsatz der Abdomensonographie
Gefäße:
z. B. Bauchschlagader (Aorta) oder große Hohlvene (Vena cava inferior), Arteriosklerose, Aneurysma, …
Leber mit Gallenblase und Gallenwegen:
Fettleber, fokale Läsionen (Hämangiom, FNH, Metastasen, …), Gallenstein, …
Bauchspeicheldrüse (Pankreas):
Pankreatitis (Entzündung), Zyste, Tumor, …
Nieren:
Nierenzysten, Nierenstein, Harnstau, …
Milz:
Vergrößerung, Hämangiom, Abszess, Metastase, …
Harnblase:
Restharn, Überlaufblase, Blasenwanddivertikel, Tumor, …
Prostata:
Vergrößerung, Verkalkungen, Tumor, …
Uterus mit Ovarien:
Schwangerschaft, Myome, Zysten, …
Dick- und Dünndarm:
Meteorismus, Entzündung, Ileus, …
Abdominelle Lymphknoten:
insbesondere bei auffälligen Veränderungen
Schilddrüsen-Sonographie
Bei der Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse lassen sich nicht nur Größe und Volumen bestimmen. Auch die Struktur des Schilddrüsengewebes, die Durchblutung sowie die Beziehung zu den umliegenden Strukturen können beurteilt werden.
So lassen sich sowohl diffuse Veränderungen der gesamten Schilddrüse als auch umschriebene Befunde wie Schilddrüsenknoten erkennen und genauer beschreiben. Dabei werden verschiedene Merkmale (z. B. Form, Begrenzung, innere Struktur und Durchblutung eines Knotens) beurteilt, die Hinweise darauf geben können, ob ein Knoten eher unauffällig ist oder weiter abgeklärt werden sollte.
Moderne Ultraschallverfahren ermöglichen darüber hinaus eine weiterführende Beurteilung. Dazu gehört beispielsweise die Elastographie, mit der die Gewebehärte untersucht werden kann. Diese Untersuchung bieten wir ebenfalls in unserer Praxis an.
IMT / Plaquelast der Halsschlagader
Mit einem hochauflösenden Ultraschall der Halsschlagadern können nicht nur die Gefäße selbst, sondern auch Veränderungen der Gefäßwand sichtbar gemacht werden.
Dabei kann unter anderem die sogenannte Intima-Media-Dicke (IMT) bestimmt werden. Sie beschreibt die Dicke bestimmter Wandschichten der Halsschlagader und verändert sich unter anderem mit dem Alter und verschiedenen kardiovaskulären Risikofaktoren.
Von besonderer Bedeutung ist darüber hinaus die Suche nach arteriosklerotischen Ablagerungen (Plaques). Solche Gefäßveränderungen können Hinweise auf eine bereits bestehende Arteriosklerose und damit auf ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall geben.
Die Ultraschalluntersuchung der Halsschlagadern kann damit – zusammen mit weiteren Risikofaktoren und Untersuchungsbefunden – zu einer individuelleren Einschätzung des kardiovaskulären Risikos beitragen.
Weitere Ultraschalldiagnostik
Ultraschall kann in der Hausarztpraxis weit mehr als nur Bauchorgane oder die Schilddrüse darstellen. Gerade die schnelle und unkomplizierte Verfügbarkeit direkt in der Praxis macht ihn bei vielen Fragestellungen zu einer wertvollen Ergänzung der körperlichen Untersuchung.
Nicht immer ist der Ultraschall dabei die diagnostische Methode der ersten Wahl. Häufig liefert er dennoch wichtige Hinweise und hilft, das weitere Procedere zu planen: Ist zusätzliche Diagnostik erforderlich? Sollte eine fachärztliche Vorstellung erfolgen? Oder lässt sich bereits eine gezielte Therapie einleiten? Im besten Fall können dadurch diagnostische Wege verkürzt werden.
Einige Beispiele
Flüssigkeitsansammlungen:
z. B. Schleimbeutelergüsse, Hämatome oder Abszesse
Lunge und Brustkorb:
Beurteilung der Pleurabewegung bei Verdacht auf Pneumothorax sowie Nachweis eines Pleuraergusses
Stimmbänder:
orientierende Darstellung der Stimmbandbewegung
Speiseröhre:
Darstellung einzelner Abschnitte, beispielsweise hinter der Schilddrüse
Unklare Schwellungen:
Unterscheidung z. B. zwischen Lymphknoten, Flüssigkeitsansammlung, Abszess, Hämatom, Hernie oder Lipom
Rippen:
sonographischer Nachweis von Rippenfrakturen und begleitenden Veränderungen
Weichteile:
Beurteilung von Entzündungen, Verletzungen, Fremdkörpern oder anderen tastbaren Veränderungen
Und manchmal zeigt der Ultraschall auch Dinge, nach denen man zunächst gar nicht gesucht hat.
Da die Untersuchung ohne Strahlenbelastung auskommt, kann sie bei geeigneten Fragestellungen unkompliziert ergänzend eingesetzt werden. Lässt sich eine Struktur sonographisch nicht ausreichend beurteilen oder bleibt der Befund unklar, kann anschließend gezielt die passende weiterführende Diagnostik veranlasst werden.










